VDE0702 an Überspannungsschutz ??

VDE-Vorschriften für Elektro und Elektronik

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VDE0702 an Überspannungsschutz ??

Neuer Beitragvon Zaldoran am Sonntag 18. Juni 2006, 21:40

Hi Leute.

Ich bin kürzlich auf ein Problem gestoßen, das ich so noch nicht hatte. Im Rahmen einer Wiederholungsprüfung an diversen Geräten der Tontechnik kam ich unter anderem an einen Überspannungsschutz (ein 19" Gerät, lediglich bestückt mit einer Spannungsanzeige und zwei Racklampen, sowie einer Reihe Kaltgerätebuchsen zum Anschluß der Geräte. Eigentlich ist das nix ungewöhnliches).

Bei der Isolationsprüfung hat der Tester dann konsequent gemotzt, also hab ich mir das Tierchen mal näher angesehen: Faktisch ist nix drin ausser nem Standart Netzfilter, kleine Elektronik für die LED Spannungsanzeige und, das ist der Knackpunkt, Varistoren zwischen L-N, N-PE und L-PE. Diese werden bei 500 Volt Prüfspannung natürlich niederohmig und damit leitend gegen PE. Die Prüfung muß quasi bauartbedingt fehlschlagen. Reduziere ich die Prüfspannung auf 270 Volt, besteht das Gerät zwar die Isolationsprüfung, allerdings ist die Prüfspannung dann ja für eine gültige VDE zu niedrig.

Weiß jemand was die VDE für diesen Fall vorsieht?

Gruß,
Zaldo
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Neuer Beitragvon gonimax am Freitag 23. Juni 2006, 16:08

also... "was die VDE für diesen Fall vorsieht?" ...muss ich im Moment passen, aber fuer solche Sonderfaelle gibt es durchaus Ausnahmen:

- entweder, der Hersteller gibt hierzu konkrete Angaben fuer die Prüfung (Spannungshoehe), oder
- der Verantwortliche Ing. legt fest, wie zu verfahren ist:
>> betreffs der zwischenzeitlichen Ausserkraftsetzung der Pruefungs-beeinträchtigenden Bauelemente
>> Ausnahmen fuer bestimmte Geraete, welche eine derartig vorgeschriebene Pruefung aufgrund der Schaltungstechnologie nicht zu lassen, oder sogar verfaelschen

1. Beispiel: Thyrotakt (Thyristor-geregelte Motor-Steuermodule), hier liegen je nach Aufbau Kondensatoren gen PE, die z.B. Auswirkungen bei der Pruefung an Steckdosen haben koennen, betreffs der zulaessigen FI-Ausloesezeit

2. Beispiel: manche USV, oder auch Schaltnetzteile von PC o.ä., bei denen auch ein gewisser (minimal)Strom gen PE fliessen lassen können.

Im ersten Beispiel wurde zwecks Pruefung der PE vom Thyrotakt getrennt, und das Ergebnis der Steckdosenpruefung war korrekt, es kann also ein gewisser Einfluss auf die Messmethode/Geraet nicht immer ausgeschlossen werden. Wenn also die gesamte Konstellation beruecksichtigt wird, sonstige (moegliche) Schutzmassnahmen waehrend der Pruefung beruecksichtigt/festgelegt werden, sollte es auch bei Deinem Problemfall moeglich sein zwischenzeitlich die Varistoren vom PE zu trennen, und danach von einer Elektrofachkraft ordnungs/fachgemaess wieder zu verbinden.

Ich weise ausdruecklich darauf hin, dass es wirklich fachmännisch erfolgen sollte - schon wegen auch der moeglich nachtraeglichen Gefahr fuer Leib und Leben
gonimax
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Neuer Beitragvon Stromus am Sonntag 25. Juni 2006, 17:22

VDE macht genau das, was in der Norm steht bzw. in den jeweiligen Prüfvorschriften. Diese geben ganz genau an, wie die Prüfungen abzulaufen haben und mit welchen Prüfschärfen.
Stromus
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