"Messen" einer Induktivität

Fragen zu Elektronik und Elektro allgemein.Fragen zu Bauteilen wie z.B. Tansistoren, Dioden, Kondensatoren usw.

Fragen zu Elektronik und Elektro allgemein.Fragen zu Bauteilen wie z.B. Tansistoren, Dioden, Kondensatoren usw.

Moderator: Moderatorengruppe

"Messen" einer Induktivität

Neuer Beitragvon Lupin III. am Sonntag 23. Oktober 2005, 15:15

Ich würde gerne die Induktivität einiger unbeschrifteter Spulen messen. Bei anderen elektronischen Bauteilen habe ich immer so ungefähr eine Ahnung was für Werte sie haben könnten bzw. es steht eigentlich immer darauf, was sie für welche haben. Aber Spulen sind für mich immer noch etwas "mysteriöse" Bauteile, von denen ich weder genau weiß, wofür ich sie verwenden kann oder wovon die Werte abhängen.

Ist es über eine einfache Schaltung, an der bis auf die Spule nichts verändert werden muss, und mit Hilfe eines Oszilloskops irgendwie möglich, die Induktivität zu messen? Der Wert wird sicher nicht direkt ablesbar sein. Aber geht es zumindest so, dass ich z. B. über eine abgelesene Frequenz durch eine kleine Berechnung darauf kommen kann?
Benutzeravatar
Lupin III.
Threadstarter
15227
Bronze Mitglied
 
Beiträge: 118
Registriert: Sonntag 2. Januar 2005, 22:49
Wohnort: Salzburg, Österreich

Neuer Beitragvon Gewehr-dalf am Montag 24. Oktober 2005, 09:40

Hi Lupin!

Bin mir nich ganz sicher ob das funktioniert, aber du könntest die in einen tief- oder hochpass einbauen und anhand der frequenz und des gemessenen widerstands die induktivität errechnen (mit XL=kleinomega * L -> also L=XL/kleinomega). Kann man auch nochmal vom grundprinzip her auf wikipedia nachlesen :)

MFG
Gewehr-dalf
Is this your only grace -
The art of conversation...?

~Paradise Lost~
Benutzeravatar
Gewehr-dalf
15252
Silber Mitglied
 
Beiträge: 165
Registriert: Samstag 23. Juli 2005, 14:56
Wohnort: Hessen 6

Neuer Beitragvon kalledom am Montag 24. Oktober 2005, 12:29

Hallo Lupin III.,
ich hatte das gleiche Problem, besitze allerdings ein LCR-Meßgerät. Schönheitsfehler bei dem LCR-Meßgerät ist jedoch, daß der kleinste Meßereich für Induktivitäten 2 MilliHenry ist. Damit kann ich HF-, ZF- und sonstige Spulen mit wenigen Windungen im Nano- und MikroHenry-Bereich nicht messen.
Bei eBay habe ich eine LC-Meßplatine mit Display und PIC-Controller (ohne Gehäuse) für 49 Euro gekauft, das Induktivitäten von 1 NanoHenry bis 100 MilliHenry und Kapazitäten von 0,1 PikoFarad bis 1 MikroFarad mißt.
Such mal bei eBay mit dem Begriff "LCR" oder schau hier nach.
Zuletzt geändert von kalledom am Montag 24. Oktober 2005, 20:19, insgesamt 1-mal geändert.
kalledom
15255
 

Neuer Beitragvon Lupin III. am Montag 24. Oktober 2005, 19:38

Bei der Version mit Tief- und Hochpass bräuchte ich einen Frequenzgenerator, oder?

Ein LCR-Messgerät wäre zwar praktisch, ist mir aber den Preis zur Zeit nicht wert.

Ich habe mir irgendwie vorgestellt, einen Schwingkreis zu bauen und die Frequenz zu messen mit der er schwingt. Das Problem ist nur, wie ich ihn lange genug am schwingen halte, um auch etwas ablesen zu können. Ich habe da zum Beispiel die Meißnerschaltung gefunden, die in ungedämpfter Schwingkreis wäre. Die setzt aber eine Doppelspule mit einem gemeinsamen Kern voraus, nützt mir also nichts, wenn ich eine einzelne unbekannte Spule messen will.

Ich bin, wie gesagt, bei Spulen vollkommen blank, aber ist das irgendwie möglich ohne dass ich einen externen Frequenzgenerator habe?

PS:
wenn der Thread schon als Admin-Thread missbraucht wird: bekomme nur ich keine Mails mehr, wenn eine Antwort auf eine meiner Fragen geschrieben wird oder ist das ein allgemeines Problem?
Benutzeravatar
Lupin III.
Threadstarter
15272
Bronze Mitglied
 
Beiträge: 118
Registriert: Sonntag 2. Januar 2005, 22:49
Wohnort: Salzburg, Österreich

Neuer Beitragvon Gewehr-dalf am Dienstag 25. Oktober 2005, 11:00

Das müsste sich eigentlich recht simpel mit einem ne555 bewerkstelligen lassen, da is der aufbau auch sehr einfach. Wobei ich mir nich sicher bin ob man da vielleicht doch ein sinus-signal brauch?
Naja, jedenfalls kannst du das auch mit der meissner-schaltung machen (da übrigens eine von deinen spulen reinzuhängen dürfte schwierig sein da in der schaltung ein transformator ist ;) ginge zwar auch mit zwei getrennten spulen, ist aber wenig effektiv). Bau dir ne meissnerschaltung mit einer festen frequenz auf (zb 50hz, das is immer gut :P ) auf und häng dahinter den hoch- oder tiefpass in den du deine spule einsetzt. Dann brauchste nur noch entweder den spannungsabfall an der spule (achtung, wechselspannung) oder den blindwiderstand der spule zu messen und kannst daraus die induktivität errechnen.

MFG
Gewehr-dalf
Is this your only grace -
The art of conversation...?

~Paradise Lost~
Benutzeravatar
Gewehr-dalf
15284
Silber Mitglied
 
Beiträge: 165
Registriert: Samstag 23. Juli 2005, 14:56
Wohnort: Hessen 6

Neuer Beitragvon Gewehr-dalf am Dienstag 25. Oktober 2005, 11:02

Mit den emails scheint hier son problem zu sein, taucht irgendwie in letzter zeit öfter auf (benutz das selber nich, guck eh nur rein wenn ich lust hab :D ). Admin?
Is this your only grace -
The art of conversation...?

~Paradise Lost~
Benutzeravatar
Gewehr-dalf
15285
Silber Mitglied
 
Beiträge: 165
Registriert: Samstag 23. Juli 2005, 14:56
Wohnort: Hessen 6

Neuer Beitragvon Gewehr-dalf am Dienstag 25. Oktober 2005, 11:09

Als alternative könntest du auch einen digitalen rc-oszillator bauen, schau mal hier nach:
http://elektronik-kompendium.de/public/ ... -oszil.htm

Gewehr-dalf :D
Is this your only grace -
The art of conversation...?

~Paradise Lost~
Benutzeravatar
Gewehr-dalf
15286
Silber Mitglied
 
Beiträge: 165
Registriert: Samstag 23. Juli 2005, 14:56
Wohnort: Hessen 6

Neuer Beitragvon Lupin III. am Donnerstag 27. Oktober 2005, 00:25

Ich habe gerade etwas interessantes auf http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/physik/mess/soundkarte/lcsound.htm gefunden. In dem Fall scheint es egal zu sein, ob man den Schwingkreis mit Sinus, Sägezahn oder sonst was anregt. Ein NE555 als AMV, der immer wieder einen kurzen Impuls ausgibt und dann lange Pause macht, sollte reichen um den gedämpften Schwingkreis immer wieder anzuschubsen, sodass er ca. 10 Schwingungen ausführt, und gleichzeitig das Oszi extern zu triggern. Dann müsste ich ein stehendes Bild des Ausschwingens sehen. L kann ich mir dann mit der Formel auf der Seite aus der Frequenz berechnen.

Ist zwar noch nicht ganz ausgereift und aufbauen muss ich es auch erst, aber wenn ich morgen dazu komme schreibe ich hier ob es funktioniert hat.

Die Idee mit dem Tiefpass werde ich auch noch probieren, um mal zu verstehen wie das eigentlich funktioniert (wie gesagt, bei Spulen bin ich so blank wie deren beschichteter Wicklungsdraht ;-).
Benutzeravatar
Lupin III.
Threadstarter
15345
Bronze Mitglied
 
Beiträge: 118
Registriert: Sonntag 2. Januar 2005, 22:49
Wohnort: Salzburg, Österreich

Neuer Beitragvon Gewehr-dalf am Donnerstag 27. Oktober 2005, 09:31

Du hast aber schon gelesen dass das verfahren
a) ungenau
b) nur für größere induktivitäten überhaupt sinnvoll und
c) nochmal ungenau
ist? :)

Gewehr-dalf
Is this your only grace -
The art of conversation...?

~Paradise Lost~
Benutzeravatar
Gewehr-dalf
15351
Silber Mitglied
 
Beiträge: 165
Registriert: Samstag 23. Juli 2005, 14:56
Wohnort: Hessen 6

Neuer Beitragvon Lupin III. am Freitag 28. Oktober 2005, 01:28

Ja, habe ich mir schon gedacht, wenn ich Millimeter am Schirm zähle und dann noch umrechne. Aber wenn ich vorher mit einer bekannten Spule "kalibriere", bekomme ich zumindest ein Gefühl dafür was eine Spule ausmacht. Bei einem Kondensator oder Widerstand kann ich aus der Größe und Form auf Eigenschaften schließen, bei Transistoren und ICs teilweise aus Gehäuse und Beschriftung, und auch bei anderen Bauteilen geht es mir ähnlich. Das ist es, was ich bei Spulen nachholen will, da die doch recht elementare Bauteile sind. Und wenn ich es dann wirklich benötigen sollte, kaufe ich mir ein RC-Messgerät wie oben vorgeschlagen.

Aber vielen Dank für den Hinweis!
Benutzeravatar
Lupin III.
Threadstarter
15382
Bronze Mitglied
 
Beiträge: 118
Registriert: Sonntag 2. Januar 2005, 22:49
Wohnort: Salzburg, Österreich

Neuer Beitragvon Lupin III. am Mittwoch 2. November 2005, 22:30

So, jetzt habe ich mir endlich eine Kamera geliehen und Fotos gemacht. Hier ist eines davon. Die Frequenz ist ca. 30kHz, der Kondensator hast 100nF daraus folgt: Die Drossel (aus einem Schaltnetzteil) hat ca. 280µH.

Wegen der Ungenauigkeit habe ich auch Tests gemacht. Ich habe leider nur eine einzige Spule gefunden, die beschriftet bzw. eigentlich beringt ist. Die sollte 47µH haben, meine Messung und Rechnung ergibt 42µH. Gar nicht so schlecht, wenn man die Toleranz des Kondensators und die Fehler beim Ablesen vom Schirm bedenkt.
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Benutzeravatar
Lupin III.
Threadstarter
15611
Bronze Mitglied
 
Beiträge: 118
Registriert: Sonntag 2. Januar 2005, 22:49
Wohnort: Salzburg, Österreich


Zurück zu Fragen zur Elektronik

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 31 Gäste