Kondensator "einfach austauschen"?

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Kondensator "einfach austauschen"?

Neuer Beitragvon QSECOFR am Dienstag 4. Juni 2019, 20:43

mit Yoda: verführerisch der leichte Weg, er ist!

Hallo erstmal, ich bin primär passiv Elektronik-Treibender und lebe von IT als Admin und Consultant,
früher - in der vor-SMD-Zeit habe ich auch etwas gelötet, C-64 etc.
Jetzt werde ich wohl anlaßbezogen wieder aufholen müssen:

Zum akuten Problem:
ein Prüfgerät, was drei Jahre ungenutzt herumlag, sollte "eigentlich" nun wieder prüfen, Akku-Pack (NiMH) kontrolliert, vorsichtig aufgeladen, funktioniert - noch alles gut -
Prüf-Modul eingesteckt und angeschaltet - ah da war der Ärger mit der Beleuchtung schon damals, nichts dabei gedacht, 'mal warten, anderes Prüf-Modul einstecken - doch scheint zu gehen - uh, wird doch arg heiß das gerät - das war damals noch nicht so - uh es qualmt! - nee, das kann nicht gut sein!
Ok, alles auf 0, Hitze geht deutlich von bestimmter Stelle aus, da lohnt sich auseinandernehmen:
IMG_20190604_170517.jpg

So wie C31 sollte auch C30 rechts daneben aussehen - tut er jetzt wirklich nicht mehr, davon ging der Qualm aus und mehr scheint auch nicht defekt zu sein, Elkos sehen gut aus, Funktion war ja durchaus gegeben - von der stabilen Spannungsversorgung abgesehen...
Deshalb nun meine Yoda-Frage an die Praktiker: gibt's eine gute Chance, daß C30 "einfach" gealtert ist und nun deshalb abrauchte, ich also nicht die doppelseitige SMD-Platine erst vollständig aufarbeiten muß um "mal eben" messen zu können, wie sich der Rest verhält?

Ich würde dann einfach bei C30 die gleiche Kapazität wie C31 verbauen und hoffen (es sieht vieles symmetrisch aus). - Eure Ansicht ist willkommen.

(tut wenig zur Sache, aber vielleicht interessant: es ist ein Sunrise-Telecom Sunset-MTT-color von ca. 2003 mit dem man ISDN, DSL, Ethernet und exotischeres WAN-Zeugs prüft)
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Re: Kondensator "einfach austauschen"?

Neuer Beitragvon Kleinspannung am Dienstag 4. Juni 2019, 21:42

Ich bin ja ein blöder alter Ossi,aber ich kann mir nicht vorstellen,dass das so orginal war/ ist.
Dieses riesen Quadrat und die wilden Löthaufen sehen für mich eher danach aus,als ob da einer grad nix anderes wie SMD gehabt hat.
Wie man an dem darüber sehen kann,wäre das aufgedruckte Quadrat sonst viel kleiner.
Hingehören tut vermutlich ein richtiger Kondensator.
Mit Hilfe von Lupe und viel Licht kannst ja bestimmt noch den Code erkennen.
Daraus sollte sich die Kapazität ableiten lassen,und die Betriebsspannung sollte man auch kennen,bzw. messen.
Und dann kann mal schauen,was geeignet wäre.
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Re: Kondensator "einfach austauschen"?

Neuer Beitragvon QSECOFR am Dienstag 4. Juni 2019, 21:57

danke schon für die Auseinandersetzung, aber ich glaube schon, daß es "fast" so gewollt ist, die Kondensatoren C30, C31 sind ja deutlich größer (orange/braun, oben unbeschriftet - ich vermute, das hattest Du nicht so erkannt); ein Detail was die Löt-Patscher erklärt: je ein Widerstand 1501 drauf parallel zum Kondensator
HG
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Re: Kondensator "einfach austauschen"?

Neuer Beitragvon BernhardS am Donnerstag 6. Juni 2019, 10:46

Kleinspannung hat geschrieben:Hingehören tut vermutlich ein richtiger Kondensator.

Der hätte seine Lötpunkte auf der anderen Seite.

Also im Moment wüsste ich auch keinen anderen Rat, als den Kondensator wie geplant zu tauschen und zu schauen was passiert.
$2B OR NOT $2B = $FF
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Re: Kondensator "einfach austauschen"?

Neuer Beitragvon QSECOFR am Donnerstag 6. Juni 2019, 12:49

ja, danke für die Einschätzung, ich werde berichten... - und den Kondensator sowie R1501 je 10x besorgen - für meine SMD-Lötkünste.
So ist es der Wiedereinstieg in ein tolles Hobby. :-)
QSECOFR
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Re: Kondensator "einfach austauschen"?

Neuer Beitragvon anders am Donnerstag 6. Juni 2019, 13:29

gibt's eine gute Chance, daß C30 "einfach" gealtert ist und nun deshalb abrauchte
Ja, das sind sind Tantal Elkos, von denen manche spontan abbrennen. Brennstoff und Oxidator haben sie an Bord, es muss nur eine gewisse elektrische Leistung zur Zündung zur Verfügung stehen.

Welche Typen zu solch spektakulärem Ableben neigen, kann man im Vorhinein nicht sagen, es passiert auch durchaus bei Markenfabrikaten. Bekannt ist aber, dass die Stromanstiegsgeschwindigkeit eine Rolle spielt und in dem vorliegenden Fall kann man annehmen, dass die Kondensatoren durch die unsachgemäße Verlötung vorgeschädigt sind.

Achte beim Einbau auf die Polarität!
Anders als bei Al-Elkos, bei denen der negative Anschluß mit einem Balken markiert ist, ist bei Ta-Elkos der Pluspol markiert.
Zuletzt geändert von anders am Donnerstag 6. Juni 2019, 13:33, insgesamt 1-mal geändert.
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